Auf was können sich die Zuschauer bei der neuen Staffel “Das Supertalent” freuen?
Dieter Bohlen: Nach dem grandiosen Sieg von Michael Hirte haben sich viele Leute dazu aufgerafft, endlich beim Supertalent dabei zu sein. Der jüngste Teilnehmer war vier Jahre, der Älteste 95. Neu ist, dass wir nicht nur Talente aus Deutschland dabei haben, sondern auch aus Österreich, der Schweiz, Schweden, England und auch Russland. Menschen aus vielen Ländern haben unsere Sendung gesehen und sind zu uns gekommen. Dadurch gibt es eine viel größere Bandbreite an Talenten – allerdings auch an Schwachmaten.
Was waren deine Highlights?
Es liegen alle sehr dicht beieinander. Im letzten Jahr hatte ich mit Michael Hirte relativ früh meinen Favoriten, dieses Jahr ist es nicht so. Ich hab im Moment überhaupt keine Peilung, wer gewinnen wird. Es muss ja nicht unbedingt immer ein Musiker sein. Wir hatten auch tolle Tänzer und Akrobaten dabei. Ich hab noch keinen Favoriten, da bin ich ganz ehrlich.
Welche Talente findest du persönlich am besten?
Ich bin durch meine Vergangenheit bei “DSDS” mit Sängern sehr kritisch, die haben es bei mir schwer. Dann freut man sich umso mehr, wenn man Leute sieht, die mit Hunden arbeiten oder mit Seelöwen. Tiernummern finde ich klasse und diese wahnsinnigen Akrobaten. Auch die lustigen Nummern. Es gibt viele Menschen, bei denen man denkt, Mensch, da kommt jetzt irgendein Vollpfosten. Dann machen die etwas, was einen total überrascht. Es gibt dieses Mal sehr skurrile Sachen bei uns. Es gibt einen Furzer. Das kann man sich zwar nicht vorstellen, aber der kann jede Nummer, also auch Strauss, Brahms und Beethoven, also teuerstes Kulturgut, furzen und trifft echt die Töne. Man kann es kaum glauben, aber es ist so.
Was waren die schlimmsten Acts, die du gesehen haben?
Wir haben wieder unheimlich schlechte Sänger und Akrobaten, Menschen, die sich total überschätzt haben. Wir haben Leute, die überhaupt nicht tanzen können. Wir hatten einen Mann, der strippte, sich bis zu seinem String-Tanga auszog und dabei eine Bauchwelle zeigte, das war schon manchmal heftig. Oder Leute, die meinten, sie hätten die härtesten Bauchmuskeln und sich dann Stühle auf dem Bauch zerschepperten. Überschätzungen so hoch wie bis zum Mond und zurück. Es gibt sehr viele Leute, bei denen ich dachte, die haben nicht alle Latten am Zaun und über die wir sehr viel gelacht haben. Ich glaube, wir haben sie auf den Weg der Erkenntnis geschickt.
Ein Kandidat war dabei, der dich letztes Jahr wegen Beleidigung angeklagt hat. Der ist aber dieses Jahr wiedergekommen …
Ja, wir haben uns aber dieses Mal super gut verstanden. Er hat sich bei mir entschuldigt und ich hab ihn völlig in Ruhe gelassen. Er hat quasi gar keine Kritik von mir bekommen. Da war er aber umso trauriger, weil er damit rechnete, dass er Kritik bekommen würde. Aber leider hatte er sich auch nicht verbessert, was für uns das Kriterium ist, jemanden weiterzulassen. Es war einfach ziemlich schlecht, was er da ablieferte.
Warum kommen die Leute immer wieder, obwohl sie von der Jury abgewatscht werden?
Das hat verschiedene Gründe. Es gibt einmal den Kandidaten, der einfach ins Fernsehen will. Dann gibt es den Kandidaten, der wirklich glaubt, er hat sich verbessert. Ich glaube eben nicht, dass es vielen Kandidaten so viel ausmacht, wenn sie den flying shit um die Ohren kriegen. Die warten irgendwie richtig darauf. Manchmal habe ich das Gefühl, die finden das sogar richtig gut. Dann gibt es natürlich auch Leute, die das überhaupt nicht verstehen und ganz anders reagieren. Die dann am Boden zerstört sind, weil ihre Freunde gesagt haben, sie können irgendetwas ganz toll. Es gibt einfach verschiedene Leute und verschiedene Motivationen bei diesem Wettbewerb teilzunehmen. Aber es ist natürlich auch die Magie vom Fernsehen und die Magie, 100.000 Euro zu gewinnen und die Magie, die es nur bei uns gibt, dass man über Nacht bekannt und natürlich auch reich werden kann. Ich glaube nicht, dass Michael Hirte sich das vor einem Jahr hätte denken können, dass er 800.000 Platten verkauft wie kaum einer in Deutschland, 3-fach Platin bekommt, ein eigenes Buch veröffentlicht, eine super erfolgreiche Tournee macht.
Und es ist die einzige Show auf der ganzen Welt, wo ein Nobody, jemand, der eigentlich gar nicht so aussieht, als wenn er ein Star werden könnte, bei uns die Möglichkeit hat, über Nacht vor X Millionen Menschen aufzutreten. Das ist, glaube ich, die Magie dieses Formats. Vom Nobody zum Big Star. Letztes Jahr hat es mit Michael Hirte eben super gut geklappt, der hat mehr Platten verkauft, als Peter Fox, als Silbermond, als alle anderen. Und das ist wirklich Wahnsinn. Die Engländer haben es mit Paul Potts auch geschafft, einen unheimlich erfolgreichen Sänger zu etablieren. Das ist eine schöne Sache, dafür gibt man auch einiges, dafür begeben sich einige Leute in die Gefahr, sich zu überschätzen oder bei uns abgestraft zu werden.
Bei Michael Hirte hat seine persönliche Geschichte nicht unerheblich zu seinem Erfolg beigetragen. Wie wichtig ist die Geschichte, die die Kandidaten mitbringen?
Sehr wichtig. Manchmal ist man, wenn man von den Castings kommt, richtig schwermütig. Wenn man erfährt, was den Kandidaten in der Vergangenheit so passiert ist, das ist manchmal doch sehr herzergreifend. Die Geschichte mit Michael Hirte: Straßenmusiker, Hartz IV-Empfänger, im Koma gelegen, völlig krank, Bein kaputt, halb blind. Das hat echt wachgerüttelt, und es gab sehr viele Menschen, die Michael Hirte einfach helfen wollten, die Mitleid mit seinem Schicksal hatten. Als er dann genau die richtige Nummer zu genau der richtigen Zeit spielte, da war es um die Menschen geschehen. Die fanden ihn total toll und stehen bis heute hinter Michael Hirte und finden seine Musik und ihn toll. Das ist unser größter Wunsch, dass wir so etwas dieses Mal auch erleben.
Zum Supertalent kommen Leute mit ganz großen Träumen. Hast du noch Träume, die du dir gerne erfüllen würdest?
Ich träume davon, dass meine Familie gesund bleibt, meine Kinder, meine Eltern. Ich habe diesen Sommer einen wunderschönen Urlaub mit allen zusammen verbracht. Meine Mama, mein Papa, meine Freundin natürlich, meine ganzen Kinder, es war wirklich wunderschön. Ich möchte jetzt nicht noch irgendwie mehr, aber man träumt natürlich schon davon, dass es so bleibt, dass man vielleicht noch ein bisschen mehr Zeit hat und das alle Sachen so werden, wie man sich das vorstellt. Ich hab ja unheimlich viele Baustellen, ich habe “Das Supertalent”, ich habe “DSDS”, ich produziere nach wie vor sehr erfolgreich Mark Medlock, dazu kommen meine Werbepartner… Natürlich wünsche ich mir auch, dass die Leute weiterhin so hinter mir stehen. Als jetzt die Diskussion aufkam, dass ich keine Sprüche mehr bringen darf, da hat sich ja fast halb Deutschland hinter mich gestellt und das fand ich sehr nett.
© RTL
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Hallo Dieter! Ich find Dich echt dufte, grade auch in dem Interview. Ich wollt nur sagen das ich manchmal finde das du zu manchen Kanditaten auf der Bühne echt netter sein solltest..ich glube das es manche schon schwer genug haben und das machts manchmal bestimmt noch schlimmer. Ichb hoffe du nimmst mir das nicht übel, ich freu mich auf die neue Stafffel! Grüße aus Hameln Nicole